Ab 1. März 2008 wird das Verfahren der elektronischen Versicherungsbestätigung (eVB-Verfahren) eingeführt.
Wichtigstes Merkmal ist der Wegfall der seit Jahrzehnten verwendeten papiergebundenen Versicherungsdoppelkarten. Zukünftig wird auf Anfrage vom Versicherer eine siebenstellige VB-Nummer ausgegeben. Die Zulassungsbehörde kann über diese VB-Nummer die Versicherungsbestätigung bei einer zentralen Stelle elektronisch abrufen.
Sobald die erste Zulassungsbehörde online an das eVB-Verfahren angebunden ist, sind alle Versicherer verpflichtet, die VB für den elektronischen Abruf bereit zu halten.
Arbeitet die Zulassungsbehörde noch nicht elektronisch, kann sie die Papier-VB für die Zulassung verwenden. Die elektronische Versicherungsbestätigung wird dann mit Eintreffen
des Rücklaufs der Mitteilung bei der GDV Dienstleistungs-GmbH gesperrt.
Zu jeder Versicherungsbestätigung kann damit entweder nur der elektronische Datensatz oder nur der Papierausdruck verwendet werden.
Aber was macht der Makler, der bisher seinen Kunden eine Doppelkarte zukommen ließ ?
Da der Makler unter Umständen nicht sicher ist, ob die zuständige Zulassungsstelle bereits elektronisch arbeitet, wird er dem Kunden sicherheitshalber eine Papierdoppelkarte mit aufgedruckter eVB- Nummer aushändigen. Dafür wird jedoch spätestens ab 01.03.2008 der Anschluss des Maklers an das Onlineverfahren erforderlich sein.
Grundlegende Möglichkeiten an eine eVB Nummer zu gelangen:
Da wie immer, die Versicherungsunternehmen sich nicht auf eine einheitliche Lösung festlegen können oder wollen, bestehen verschiedene Möglichkeiten zum Abrufen der genannten Versicherungs-Bestätigungsnummer.
Service über die GDV Dienstleistungs-GmbH
Die GDV Dienstleistungs-GmbH bietet ein separates Portal an, über das ein Makler eine eVB Nummer abrufen kann. Hierfür muss sich der Makler dort registrieren und für jede neue eVB Nummer erneut anmelden. Welche Versicherer tatsächlich diesen Service in Anspruch nehmen ist noch nicht veröffentlicht. Da dieser Service für die Versicherungsunternehmen kostenpflichtig ist, werden viele Versicherer eigene Möglichkeiten des eVB Abrufs zur Verfügung stellen:
Abruf einer eVB direkt über das Versicherungsunternehmen
Versicherungsunternehmen werden Ihren Vertriebspartnern unterschiedliche Lösungen anbieten. In den meisten Fällen kann eine eVB-Nummer über das Maklerportal abgerufen werden. In Ausnahmesituationen kann man sich auch telefonisch an das Callcenter wenden für den Fall, dass kein Internet zur Verfügung steht. Sicher wird die eVB auch Bestandteil der KFZ-Tarifsoftware der Versicherungsunternehmen werden.
Standardisierung des eVB Abrufs
Die Brancheninitiative Prozessoptimierung e.V. (BiPro) hat sich u.a. zum Ziel gesetzt, Konventionen für die elektronische Kommunikation zwischen Maklern und Versicherungsunternehmen zu schaffen und stellt speziell für das Beschaffen von eVB Nummern eine standardisierte Methode zur Verfügung. Über diese Methode ist es einem Maklersystem möglich, sozusagen per Knopfdruck eine eVB-Nummer bei einem Versicherungsunternehmen abzufragen. Unternehmen wie die VHV, NÜRNBERGER und VOLKSWOHL BUND stellen diesen Dienst bereits in der Pilotphase vor dem 01.03.2008 zur Verfügung, weitere Versicherer werden folgen.
Die Moral von der ´Geschicht‘
Nun steht der Makler wieder vor dem Extranet-Dilemma:
Viele Versicherungsgesellschaften kochen ihr eigenes Süppchen. Um an eine eVB- Nummer zu gelangen muss man sich mit unterschiedlichem Benutzernamen/Passwort je Versicherer an einem Portal anmelden, durch unterschiedliche Formulare navigieren und die Anbindung an das zentrale Maklerverwaltungsprogramm ist oft nicht gegeben.
Diesen Umstand machen sich nun externe Dienstleister zu Nutzen und bieten einen vom Versicherungsunternehmen unabhängigen Zugang zu den unterschiedlichen eVB-Diensten an.
Egal ob das Versicherungsunternehmen mit der GDV Dienstleistungs-GmbH zusammenarbeitet, eine Schnittstelle nach BiPRO Konvention oder etwa eine vollkommen individuelle Schnittstelle zur Verfügung stellt: Das Dienstleistungsportal stellt jeden dieser Wege über eine einheitliche Schnittstelle zur Verfügung.
LUTRONIK Software ist mit seiner Maklerverwaltung VIAS von Anbeginn der eVB-Diskussion um einen einheitlichen Zugang für die Makler bemüht und konnte bereits im letzten Oktober auf der DKM 2007 als erster Hersteller von Maklerverwaltungsprogrammen die BiPRO Schnittstelle mit dem VOLKSWOHL BUND präsentieren.
Selbstverständlich steht für LUTRONIK der Nutzen für die Anwender der Maklersoftware VIAS im Vordergrund und so wird es ab April 2008 die Möglichkeit der „eVB auf Knopfdruck“ über eine Anbindung an cobus-m und weitere Anbieter geben.
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